Kontakt

Gerald Temme

Gerbermühlstraße 9
60594 Frankfurt am Main
Tel: 069 665586-40
Fax: 069 665586-33
E-Mail: gerald.temme(à)vdzi.de


Mitgliederbereich für Innungslabore

Im Mitgliederbereich unter www.mein-vdzi.de stehen Innungslaboren hilfreiche Tipps und Tricks für die eigene Laborführung sowie viele Dokumente und Publikationen zum Download bereit .

Zum Mitgliederbereich www.mein-vdzi.de

Evolution - woher kommen Zähne?

Britisch-österreichisches Forscherteam entdeckt Ursprung von Kieferzähnen


Zähne sind ein wichtiger Teil der Evolution, denn mit ihnen kann man beißen, halten, mahlen und natürlich kauen. Ohne sie würde die Evolution ganz anders aussehen. Doch es gibt noch viele Fragen. Wie sind Zähne entstanden? Sind diese nun von Schuppen abstammend von außen nach innen gewandert oder haben sie sich direkt im Kiefer entwickelt?

Ein britisch-österreichisches Forscherteam hat in der Zeitschrift „Proceedings of the Royal Society B“ seine neuesten Erkenntnisse veröffentlicht, die sie bei der Untersuchung eines fossilen Sägerochen gewonnen haben. Demnach sind die Zähne im Körperinneren entstanden.

Die ersten Wirbeltiere entwickelten sich vor 560 Millionen Jahren, nach 90 Millionen Jahren bildeten sich kiefer- und zahnähnliche Strukturen. Frühe Wirbeltiere wie Panzerfische hatten Schuppen auf dem Körper, die Kieferzähnen sehr ähnlich waren. Deshalb geht ein Teil der Wissenschaft davon aus, dass sich aus diesen Schuppen Zähne entwickelten, die dann in den Kiefer wanderten. Aber es gibt auch noch andere Funde und deshalb andere Meinungen. Bei karpfenähnlichen Fischen fand die Wissenschaft in deren Kiemenbögen zahnartige Strukturen im Rachen und schloss deshalb, dass die Zähne von hinten im Rachen nach vorne gewandert sind.

Die neueste Studie nach der Analyse eines fossilen Sägerochens kommt zum Schluss, dass die Zähne von innen in den Kiefer eingewandert sind.

Die ältesten lebenden Vertreter der Wirbeltiere mit Zähnen sind Knorpelfische wie Rochen oder Hai und gelten deshalb als Modellorganismen für die Paläontologie. Der Rochen hat dabei zwei verschiedene Zahnarten, Sägezähne und Kieferzähne und, so einer der Studienautoren, der Pälaontologe Jürgen Kriwet von der Universität Wien: „Nur die Sägezähne sind Abkömmlinge der Hautschuppe. Sie sind aber völlig anders aufgebaut als Kieferzähne.“ Die Kieferzähne der Rochen sind wie Haizähne, die als sogenanntes Revolvergebiss nachwachsen. Bei den heutigen Tieren sind sowohl Säge- als auch Kieferzähne sehr ähnlich aufgebaut, aber vor 60 Millionen Jahren, so alt war das untersuchte Fossil, war dies anders. Durch Bilder im Mikro-Computertomographen erkannten die Forscher den unterschiedlichen Mechanismus beim Nachwachsen von Säge- und Kieferzähnen und schlossen daher, dass die nachwachsenden Kieferzähne im Maul selbst entstanden sein müssen.

Allerdings muss diese Theorie anhand von weiteren Funden nachgeprüft werden, wobei hier Fossilien derzeit noch fehlen. Dann aber könnte die Wissenschaft Erkenntnisse erlagen, warum Wirbeltiere gegenüber anderen Tierarten so erfolgreich sind und zu den Wirbeltieren zählt auch der Mensch.

Quelle: wienerzeitung.at

 Zur Studie